Zusammenarbeit zwischen der GGA Pratteln und der interGGA

Die Zusammenarbeit zwischen der GGA Pratteln und der interGGA Reinach trägt erste Früchte: Ab 28. Juni übernimmt interGGA über 80 neue digitale TV- und über 70 digitale Radio-Programme von Pratteln. Für den Empfang der digital übertragenen Programme ist der Einsatz einer „Set-Top-Box” notwendig. Diese kann im Fachhandel gekauft oder gemietet werden. Einige Fachhändler offerieren Unterstützung bei der Installation der Set-Top-Boxen. Der Kreis solcher Fachgeschäfte ist noch klein. Spezielle, in naher Zukunft geplante Fachveranstaltungen sollen möglichst viele Händler in die Lage versetzen, die Kundschaft bezüglich Digital-TV kompetent zu beraten.

Gemeinsame Philosophie: Freie Digitalprogramme für alle
Seit es digitale Programme gibt, hat die GGA Pratteln das Angebot an freien, das heisst kostenlosen Programmen ständig erweitert. Da die angeschlossenen Ortsnetze bereits auf 862 MHz ausgebaut sind, kommen deren Abonnentinnen und Abonnenten in den Genuss von immer neuen Programmen. Die interGGA hat sich entschlossen, auch ihren Kundinnen und Kunden den Zugang zu einer grossen Palette von freien digitalen Programmen zu ermöglichen. Da Pratteln bereits über die für den Empfang und die Weiterverbreitung von digitalen Programmen benötigte Technik verfügt, vereinbarten die beiden Netzbetreiber, auf diesem Gebiet eng zusammenzuarbeiten. Mit der Erstellung eines
Glasfaser-Backbones zwischen Pratteln und Reinach wurde nun der Bezug der digitalen Programme durch die interGGA ermöglicht.

Umfangreiche Umstellungsarbeiten bei der interGGA und den Ortsnetzen
Bis anhin verbreitete die interGGA ihre analogen Radio- und TV-Programme in einem Frequenzbereich von 120 bis 606 MHz (Band III bis Hyperband). Dieser Frequenzbereich ist seit einiger Jahren praktisch voll belegt. Die digitale Programmverteilung hat den Vorteil, dass bis zu 12 Digital-Programme in einen Analogkanal gepackt werden können. Die interGGA hat denn auch die wenigen noch freien Kanäle im Bereich bis 606 MHz benutzt, um vier digitale Pay-TV-Angebote, (unter anderem Teleclub und Premium digital TV) zu verbreiten. Mit der Erschliessung von Band IV und V (606 – 862 MHz) können nun Hunderte von zusätzlichen digitalen Programmen verbreitet werden. Nun haben aber noch nicht alle angeschlossenen Ortsnetze den Ausbau auf 862 MHz abgeschlossen. Weil aber heute mehr als 50 Prozent der rund 44’000 Anschlüsse Programme im Band V empfangen können, hat sich die interGGA entschlossen, ins digitale Zeitalter einzutreten. Am 28. Juni werden 81 neue digitale Fernsehprogramme und 72 digitale Radioprogramme zu empfangen sein. Informationen über den Ausbaustand der einzelnen Ortsnetze liefern die entsprechenden Ortsnetzbetreiber, in der Regel die Gemeindeverwaltungen. Damit die Aufschaltung der Digitalprogramme reibungslos verläuft, muss im Zuge der Umstellung vom 28. Juni ein einziges bisheriges Analog-TV-Programm verschoben werden: Das Tessiner TV-Programm, TSI 1, wird von Kanal 22 neu auf Kanal 29 umgelegt. Das bis anhin auf diesem Kanal ausgestrahlte digitale Balkanpaket ist bereits
abgeschaltet worden. Auf dem frei werdenden Kanal 22 wird das digitale Programm des Teleclubs verbreitet. Abonnentinnen und Abonnenten des Teleclubs werden direkt von diesem Programmanbieter über die notwendigen Eingriffe an der Set-Top-Box informiert. Wie bereits bei früheren Kanalumstellungen im Gebiet der interGGA offerieren einige Fachhändler die Umstellung zu einem Pauschalpreis von Fr. 60.- orzunehmen.
Dieses Angebot bezieht sich aber nicht auf die allfällige Unterstützung bei der Installation einer Set-Top-Box. In Pratteln wurde die Kanalrasteranpassung bereits Mitte Mai vollzogen. SF1 belegt ab sofort Kanal 10, BR 3 Kanal 9 und BW/SWF Kanal 11.

Kann ich Sender im Band V empfangen?
Diese Frage werden sich nach Bekannt werden der Programmerweiterungen vor allem Abonnentinnen und Abonnenten der interGGA fragen. Sie lässt sich auf einfache Art und Weise beantworten: Auf dem obersten Kanal im Band V, dem Kanal 69, wird ein analoges Testbild verbreitet. Wer dieses Testbild sieht, hat die Gewissheit, die neuen digitalen Programme empfangen zu können.

Digitale Programme sind nur mit einer Set-Top-Box empfangbar
Digitale Programme sind mit einem normalen Fernsehempfänger empfangbar. Allerdings muss zur Umwandlung die bereits erwähnte Set-Top-Box (STB) zwischen die Anschlussdose und das TV- oder VHS-Gerät geschaltet werden. Wer heute bereits ein digitales Pay-TV-Programm abonniert hat, besitzt bereits eine solche STB. Im Falle der kostenpflichtigen Programmpakete Teleclub und Premium Digital TV ist diese STB auch für die Entschlüsselung zuständig und wird deshalb vom Programmanbieter zusammen mit einer Autorisierungskarte zur Verfügung gestellt. Für alle freien Digitalprogramme ist keine Entschlüsselung notwendig; es kann daher eine einfache STB aus dem Fachhandel eingesetzt werden. Eine Autorisierungskarte ist nicht nötig. Zu beachten ist allerdings, dass die STB kabelnetztauglich sein muss. STBs für den Satellitenempfang sind nicht tauglich. Als Voraussetzung muss die STB den Standard DVB-C, QAM 256 erfüllen. Nach der Aufschaltung der neuen Digitalprogramme kann auf der STB ein „Suchlauf” gestartet werden, worauf alle neuen Programme registriert und gespeichert werden.

Keine Mehrkosten für den digitalen Programmempfang
Wie erwähnt, kostet der Empfang der neuen digitalen Programme an und für sich nichts. Somit fallen für die Abonnentinnen und Abonnenten mit Ausnahme der STB keine zusätzlichen Kosten an. Vorbehalten bleiben allerdings Tarifanpassungen, welche die einzelnen Ortsnetze selbständig verfügen können, da sie über die Tarifhoheit verfügen und das Inkasso vornehmen. Den Verantwortlichen der interGGA und der GGA Pratteln sind allerdings keine Absichten in dieser Hinsicht bekannt.

Der Fachhandel noch nicht in allen Fällen bereit
Wenn vom „Fachhandel” die Rede ist, sind damit in erster Linie die kleineren und mittleren Radio- und TV-Händler und -Installateure gemeint. Daneben führen aber Grossverteiler, wie etwa Mediamarkt oder Interdiscount ein grosses Sortiment an Unterhalhandelt. Hinzu kommt, dass die Grossverteiler gar nicht dafür eingerichtet sind, erweiterte Beratung und Unterstützung bei der Installation zu leisten. Andererseits sind noch
nicht alle Fachhändler in der Lage, diese Unterstützung zu geben oder führen noch keine STBs in ihrem Sortiment. Es ist durchaus möglich, dass es anfänglich zu Lieferschwierigkeiten kommen kann. Die beiden Netzbetreiber interGGA und GGA Pratteln werden daher in allernächster Zukunft ein Fachseminar für Fachhändler durchführen.

Weitere Entwicklung
Die beiden Netzbetreiber GGA Pratteln und interGGA werden auch künftig das gemeinsame Angebot an digitalen TV- und Radioprogrammen weiter ausbauen. Im Vordergrund stehen dabei frei empfangbare Programme in deutscher Sprache sowie aus Ländern Europas, in zweiter Linie auch kostenpflichtige Sparten- und Fremdsprachenprogramme. Es ist zu erwarten, dass in Zukunft immer mehr Sender ihre Programme nur
noch digital aussenden werden und Analogprogramme mittelfristig ganz wegfallen werden. Ferner beobachten sie aufmerksam die Entwicklung von HDTV (High Definition Television) und wird diese Technologie – falls vom Markt gewünscht – auch einsetzen.

Weitere Informationsmöglichkeiten
Den Abonnentinnen und Abonnenten steht eine Reihe von Informationsmittel über das neue Programmangebot zur Verfügung:
• Laufschrift und Teletext auf dem Service-Kanal der beiden Netzbetreiber
• Website der beiden Netzbetreiber: http://www.pratteln.ch/de/olschalter/online-schalter/, http://www.pratteln.ch/de/portrait/gga/

http://www.intergga-ag.ch/

• Informationsmaterial bei den Ortsnetzbetreibern



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